DER KAUF

„Kein Mensch kauft heute mehr Schuhe, um seine Füße warm und trocken zu halten, sondern wegen des Gefühls, das er mit diesen Schuhen verbindet: Man fühlt sich darin männlich, weiblich, naturverbunden und geländesicher, ‚anders‘, kultiviert, jung, elegant oder ‚in‘. Der Kauf von Schuhen ist zum ‚Gefühlserlebnis‘ geworden. Heutzutage verkaufen wir eher eine Gefühlswelt als einfach nur Schuhe.“ (Francis C. Rooney)
War zu früheren Zeiten das Einkaufen noch ein notwendiges Befriedigen von Grundbedürfnissen, so hat sich dies längst gewandelt. Seit den sechziger und siebziger Jahren ist Shopping zu einer Form der Unterhaltung geworden. Das gilt, so die aktuelle Kommunikationsanalyse der Brigitte, zumindest für Frauen, für die Lust am Einkaufen und der Besitz schöner Dinge die Hauptmotivation für den Schuhkauf ist. Für Männer stellt sich das häufig anders dar. Allan und Barbara Pease behaupten in Ihrem Bestseller Warum Männer lügen und Frauen immer Schuhe kaufen, dass Männer nicht nur eine Abneigung gegen das Einkaufen haben, sondern, dass es aufgrund des dabei empfundenen Stresses sogar gesundheitsschädlich für sie sei.
Die hier verkürzt dargestellte Geschichte der Schuhentwicklung entspricht dem allgemeinen Konsens der Forschung. Doch neben Abbildungen auf Vasen, Reliefs, Statuen, Amuletten, Felsbildern oder Gemälden stützen sich die Wissenschaftler bei Ihren Untersuchungen überwiegend auf Fußbekleidungen von Herrschern oder anderen reichen Personen, denn die Schuhe des einfachen Mannes wurden früher so lange getragen, bis sie völlig aufgebraucht waren. Daher existiert so gut wie kein zu erforschendes „gewöhnliches“ Schuhwerk. Zudem spiegelt das verbreitete Schuhgeschichtsbild nur den europäischen Ausschnitt aus den weltweiten Schuhkulturen wieder. In anderen Kulturen und unter anderen klimatischen Umweltbedingungen wurden auch andere Schuhmodelle getragen.
Dennoch, so räumen die Autoren ein, gibt es Möglichkeiten, die auch einem Mann ein positives Einkaufserlebnis vermitteln. Wie man den Schuhkauf angeht, damit er nicht mehr nur ein lästiges Muss ist, sondern Freude macht und von Erfolg gekrönt ist, soll dieses Kapitel zeigen.
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