BÜRSTEN FÜR JEDEN ZWECK

Wer nicht mit feuchten Lappen den Staub entfernt und nicht mit Tüchern die Leder poliert, braucht zum Schuhputzen ein paar Bürsten. Diese werden in sehr unterschiedlichen Qualitäten und teils zu unverschämt hohen Preisen angeboten, weshalb es sinnvoll erscheint, dieses Thema ausführlicher zu behandeln. Denn bereits für wenige Euro bekommen Sie eine sehr gute Bürste, die ein Leben lang hält und bestens ihren Zweck erfüllt. Sie können aber auch mehr Geld für wesentlich schlechtere Qualität ausgeben und eine Bürste bekommen, die nach ein paar Jahren ausgetauscht werden muss. Um hier die Spreu vom Weizen trennen zu können, sind ein paar grundlegende Kenntnisse erforderlich.
Je nach Verschmutzungsgrad brauchen Sie eine Schmutz- oder Staubbürste, um die Schuhe von anhaftendem Dreck oder Staub zu befreien. Auftragbürsten für die Schuhcreme braucht, wer dies nicht mit Lappen erledigt. Und mit Glanzbürsten entfernen Sie überschüssige Creme – die oberste Schutzschicht wird glatt und damit schmutzabweisend sowie glänzend. Für besonders Akribische gibt es darüber hinaus noch spezielle Polierbürsten mit noch feineren Haaren.
Meiden Sie grundsätzlich Kunstfaserbürsten (Ausnahme: Zahnbürsten) oder Bürsten mit einem Gemisch aus Natur- und Kunstfasern. Abgesehen davon, dass diese oft zu hart sind, haben sie kratzige Borstenenden und Perlonborsten laden die Schuhoberfläche statisch auf, so dass diese zu einem Staubmagneten wird. Aufschriften wie „rein rosshaarverstärkt“ weisen auf Bürsten mit einer Mischung aus Kunststofffasern und Pferdehaaren hin.
Dass Kunststofffasern kratzende Eigenschaften haben, rührt von einem mikroskopischen Grat am Borstenende. Dieser entsteht produktionsbedingt beim Abscheren der Kunststofffaser. Deshalb werden beispielsweise die Borsten von Zahnbürsten in einem zusätzlichen Arbeitsgang durch einen Schleifprozess entgratet, damit sie weder Zahnfleisch noch Zahnschmelz angreifen.
Dennoch, so räumen die Autoren ein, gibt es Möglichkeiten, die auch
Selbst bei Naturhaarbürsten gibt es immer noch entscheidende Unterschiede, je nachdem, ob die Haare vom toten oder lebenden Tier stammen, ob es sich um die Sommerhaare oder die des Winters handelt und vor allem wie dicht der Bürstenkörper bestückt ist. Bürsten mit einem Bürstenkörper aus Holz (zumeist Buche) und Naturhaaren sind etwas teurer als Bürsten mit Kunststoffgriff und ebensolchen Fasern. Allerdings können Sie eine gute Bürste ohne weiteres an ihre Nachkommen vererben. Für die Handhabung von Interesse ist der Bürstenkörper. Manche Bürsten haben kantige und rutschige Holzkörper. Mindestens eine Griffkehle sollte seitlich in den Bürstenkörper eingearbeitet sein und abgerundete Kanten liegen besser in der Hand als drückende eckige Kanten. Wenn Sie im Eifer des Gefechts mit dem Bürstenkörper gegen den Schuh stoßen, verhindern sorgfältig abgerundete Ecken und Kanten, dass das Oberleder einen Schaden davonträgt. Und damit Ihnen bei einem solchen Zusammenstoß die Bürste nicht aus der Hand fliegt, sind Bügelgriffe wirkungsvoll. Es gibt auch Bürsten mit einem nach oben abgewinkelten Ende. Diese nach dem englischen Hoflieferanten Harris benannten Bürstenformen verhindern von vornherein unfreiwillige Zusammenstöße zwischen Bürstenkörper und Oberleder. Ob der Bürstenkörper naturbelassen oder lackiert, gebeizt oder gewachst wurde, ist für das Handling und die Funktion der Bürste unerheblich. Sinnvoller ist da schon eine konvex nach oben gewölbte Griffform, die den meisten Menschen besonders handlich erscheint. Wenn Sie vor dem Kauf verschiedene Bürsten anfassen, spüren Sie sofort, welche Ihnen am besten in der Hand liegt. An diesem Kriterium sollten Sie sich eher orientieren als an der Optik des Griffes.
Schreiben Sie mit einem abriebfesten Stift auf den Bürstengriff den Einsatzbereich der Bürste (Beispiel: „mittelbraun Glanz“ oder „schwarz Staub“). Damit vermeiden Sie spätere Verwechslungen und Ärgernisse.
Schuhbürsten in ordentlicher Qualität bekommen Sie bei ihrem Schuster, im guten Schuhfachhandel und in Haushaltswarengeschäften. Aber auch auf Märkten bieten mancherorts Bürstenmacher ihre Produkte feil. Oft haben diese Händler sehr dicht bestückte Bürsten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Eventuell finden Sie dort auch Polierbürsten aus weichem Lammfell oder Ziegenhaar.
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