WEISSE LEDERSCHUHE

Weiße Schuhe sollten vornehmlich auf den Indoorbereich beschränkt bleiben. In freier Wildbahn oder auch nur beim Autofahren gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Schuhe mit eventuell nur schwer entfernbaren Flecken zu verunstalten. Bei der optimalen Pflege weißer Glattlederschuhe hat die Reinigung einen zentralen Stellenwert. So ist die Pflege eine Kombination von gelegentlicher aber gründlicher „chemischer Reinigung“ des Schaftes und anschließendem Einreiben mit dem Pflegemittel. Als solches wird eine farblose Mischemulsion genommen. Diese gibt dem Leder wieder Nährstoffe, die durch die vorherige Reinigung ausgewaschen wurden. Da die Emulsionscreme jedoch keinen ausreichenden Schutz für die empfindliche Farbe bietet, ist ein anschließender Auftrag einer Wachscreme aus der Blechbüchse angeraten. Das Hartwachs vermeidet eine schnelle Neuanschmutzung und sorgt für länger andauernden Glanz.
Als Hartwachspaste empfiehlt sich eine weiße Dosencreme. Diese hat sich auf weißen Oberledern bestens bewährt und kann auch ohne vorherigen Emulsionscremeauftrag verwendet werden, wenn der Schaft für die schnelle Pflege zwischendurch mit alkoholfeuchten Reinigungstüchern abgewischt wurde. Das üblicherweise durch Dosencreme verursachte Fleckigwerden oder Nachdunkeln des hellen Leders bleibt damit gänzlich aus. Achten Sie besonders auf ein möglichst langes Aushärten der Wachspaste vor dem Glanzbürsten. Damit reduziert sich die Schmutzanhaftung und der Schutzfilm ist widerstandsfähiger.
Weiße Schuhe erfordern zwar durch die gelegentlich erforderliche Reinigungsprozedur einen höheren Zeit- und Pflegeaufwand, sind ansonsten aber genauso zu pflegen wie andere Glattlederschuhe. Dieses sehr empfehlenswerte Pflegemittel für weiße Glattlederschuhe bieten neben dem – insbesondere für weiße Schuhe so wichtigen Schutzfilm des Hartwachses, auch den von Dosenware gewohnten dauerhaften Glanz und eine Farbauffrischung.
Tragen Sie weiße Schuhe eher zu besonderen Gelegenheiten, um sie etwas zu schonen. Denn gerade ein schneeweißer Schuh wirkt aufgrund seiner strahlenden Reinheit. Jeder Fleck unterminiert diese Wirkung und häufiges Tragen kann an mechanisch stärker belasteten Stellen zu einer Vergrauung führen. An diesen Stellen fehlt dann die weiße Farbe, wodurch das weiß-gräuliche chromgegerbte Leder sichtbar wird. Ist es erst so weit gekommen, dass Sie dieses durch ein gelegentliches Eincremen mit einem Spezialpflegemittel mit weißen Farbpigmenten kaschieren müssen – weißes Schuhwachs reicht hierfür nicht, ist das besondere Flair der weißen Schuhe dahin und es empfiehlt sich über eine Umfärbung nachzudenken.
Die Industrie bietet zwar verschiedene flüssige Produkte für weiße Schuhschäfte, doch ist die optische Wirkung auf einem hochwertigen Oberleder mehr schlecht als recht.
Alle diese im Handel erhältlichen Spezialprodukte mit weißer Farbe, egal von welchem Hersteller, sind stark deckend. Das kommt durch die Farbe selbst, da Weiß nur als Pigmentfarbe erhältlich ist. Diese funktioniert wie das Deckweiß im Tuschekasten der Schulkinder. Der Farbauftrag, der aus vielen Farbpigmenten, teils Wachsen und Verdünnungsmittel besteht, ist stark deckend und wird richtiggehend auf das Oberleder geschmiert. Deshalb „eignen“ sich diese Produkte gleichermaßen für einen Textil- wie für einen Lederschaft. Der Schuh erhält quasi einen neuen Anstrich. Da fällt es schon nicht mehr ins Gewicht, dass einige dieser „Pflegemittel“ auch noch Kunstharze und Silikon beinhalten. Die gesamte Anmutung des zuvor sichtbaren hochwertigen Leders verschwindet unter so einem Anstrich. Gleiches gilt für die Atmungsaktivität.
Deshalb kommt der Lederreinigung und dem schützenden Wachs eine so große Bedeutung zu. Denn erst durch den regelmäßigen Einsatz des Lederreinigers halten Sie das Leder fleckenfrei und sauber. Auch entfernen Sie dadurch alte Pflegemittelreste, was besonders für bei farblosem Wachs wichtig ist, welches sonst mit der Zeit einen Grauschleier bilden könnte. Beachten Sie bei den chemischen Schuhreinigungsmitteln, wie zum Beispiel genau die Gebrauchsinformation, denn in der Regel haben Sie es hier mit wässerigen Tensidlösungen zu tun.
Kleine Flecken sollten man vor dem Einsatz einer Chemiekeule mit einem Radiergummi versuchen zu entfernen. Die rot-blauen Radiergummis aus dem Schul- und Bürobedarf können Farbspuren hinterlassen, deshalb nur farblose Radierer oder Spezialradierer aus dem Pflegemittelzubehör verwenden.
Weiße Raulederschuhe werden mit einem speziellen Puder hin und wieder farblich aufgefrischt. Ansonsten hilft hier regelmäßiges Imprägnieren (siehe die Tipps zur Raulederpflege) und ab und an der Einsatz des Spezialradiergummis.
Ebenfalls bewährt hat sich Maismehl. Dieses mit kreisenden Bewegungen in das Leder einreiben, die Schuhe über Nacht stehen lassen und am Folgetag ausbürsten. Mit dem Maismehl geht der nicht nur Schmutz weg, sondern auch mancher Fleck.
Wenn es gar nicht mehr anders geht, hilft eventuell ein chemischer Schuhreiniger in Kombination mit einer Komplettreinigung. Nach dem Trocknen des Rauleders sollte dieses mit einem das Leder nährenden Produkt gepflegt werden, bevor es nach dem Trocknen abschließend aufgeraut wird.
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