SPEZIALFALL: SCHUHE WASCHEN

Die Träger von Sportschuhen verstehen unter „Schuhe waschen“ das Säubern der Schuhe im Pflegeleichtprogramm bei 30 bis 40 Grad in der Waschmaschine. Diese Aktion wird zur Reinigung und Beseitigung des Schweißgeruches von vielen Sportschuh-Dauerträgern im zwei bis vierwöchigen Rhythmus durchgeführt.
Wer Segelschuhe aus hellen Leinenstoffen besitzt, kann auch zur Waschmaschine greifen, um den Oberstoff wieder fleckenlos zu bekommen, riskiert aber bei weißen Schuhen sichtbare bräunliche Ränder entlang der Sohle, die vom Klebstoff herrühren. Falls das bei Ihnen geschehen ist, pinseln Sie einfach eine Mischung aus Schlämmkreide und Milch darüber. Manche Exemplare können in der Maschine selbst bei nur 30 Grad Celsius Wassertemperatur einlaufen. Wenn Sie ohne dieses Risiko Ihre Leinenschuhe säubern wollen, müssen Sie mit einer feuchten Bürste und Waschmittel oder Seife zu Werke gehen. Je vorsichtiger Sie hierbei vorgehen und umso weniger der Schuh von innen durchnässt, umso größer die Chance, saubere und noch passende Schuhe zum Schluss zu haben.
Weniger bekannt ist das „Waschen“ von Leder. Hartnäckig hält sich der Glaube, Leder sei wasserempfindlich. Das ist vom Grundsatz her falsch. Leder verträgt sehr viel. Das Waschen oder auch nur gründliche Abwaschen ist in den meisten Fällen problemlos. Schließlich machen die Schuhe ja auch Spaziergänge im Regen mit, ohne Schaden zu erleiden. Ein Typ von Lederschuhen verträgt sogar den Waschgang in der Maschine: echte Mokassins. Das ist bei diesem Schuhtyp praktisch, weil er ohne Futter ist, meist barfuß getragen wird, keine extra Laufsohle hat und deshalb innen wie außen leicht verschmutzt. Diese Schuhe sind aus Rauleder und können bei 30 bis maximal bei 40° Celsius im Schon- oder Pflegeleichtwaschprogramm mit einem Spezialwaschmittel (Lederwaschmittel) und nur zur Not auch mit einem Feinwaschmittel gewaschen werden. Die Spezialwaschmittel wirken rückfettend und sind wesentlich besser. Insbesondere das Schuhwasch- beziehungsweise Schuhreinigungsmittel, welches den durch Schweiß veränderten pH-Wert und den verschobenen isoelektrischen Punkt des Leders wieder korrigiert. Zudem neutralisiert es eventuelle Gerüche und wirkt gegen einen Fußpilzbefall des Leders. Wird Feinwaschmittel verwendet, muss unbedingt ein zusätzlicher Spülgang durchgeführt werden. Abschließend die Mokassins mit einer niedrigen Schleuderzahl vortrocknen. Dann schattig aufhängen, so dass Luft überall herankommt. Hier tut es auch ein umgedrehter Stuhl, über dessen Beinenden die Schuhe gestülpt werden. Um ein Steifwerden des Leders beim Trocknen zu verhindern, ab und an den Schaft während des Trocknens durchwalken. Doch auch im trocknen Zustand hilft ein Durchrubbeln, Längs- und Querziehen, um das Leder wieder geschmeidiger zu bekommen. Zum Abschluss gönnen Sie dem Rauleder eine Imprägnierbehandlung. Wer häufig Mokassin trägt, wird erfreut bemerken, dass seine Moks durch das regelmäßige Waschen länger ein gutes Aussehen und ihre komfortable Weichheit bewahren.
Unter „Waschen“ von Lederschuhen ist eher ein gleichmäßiges feuchtes Reinigen von außen zu verstehen. Um eine Bildung von Wasserrändern zu vermeiden, sollte dabei immer das gesamte Oberleder von außen gleichmäßig befeuchtet werden. Zuvor entfernen Sie bitte noch die Schnürbänder (Wenn Sie diese auch waschen wollen, tun Sie das am einfachsten, indem Sie die Riemen beim Händewaschen zwischen den Händen halten, mit normaler Handwaschseife waschen und anschließend mit lauwarmem Wasser gut spülen.) Der Schuh sollte zuvor im trockenen Zustand von losem Schmutz befreit werden. Da die Waschaktion die nähere Umgebung immer etwas in Mitleidenschaft zieht, findet das Ganze am besten im Freien mit einem Eimer lauwarmen Wassers statt. Ist das Wasser zu warm oder gar heiß, besteht die Gefahr, dass die Sohlleder schrumpfen. Lauwarmes Wasser ist vollkommen ausreichend. Wenn die Sohle nicht stark verschmutzt ist, vermeiden Sie ein unnötiges Benetzen der Sohle und der Sohlenränder, da diese mehr Zeit zum Trocknen benötigen. Behandeln Sie anschließend den feuchten Schuh mit einer mittelharten Bürste oder einem feuchten Schwamm mit Lederseife oder einem flüssigen Lederreiniger (zur Not kann auch Haarshampoo helfen). Verwenden Sie keinesfalls herkömmliche Seifen, da diese das Leder auslaugen und schädigen können (das gilt bei Cordovan selbst für Lederseifen). Das Produkt gemäß der Gebrauchsanleitung anwenden. Die meisten Mittel werden feucht ausgerieben und die Oberfläche abschließend mit einem Lappen und reichlich klarem Wasser abgewischt.
Ein Sonderfall stellen Bootschuhe dar. Diese sollten nach Kontakt mit Salzwasser innen und außen mit klarem Leitungswasser ausgespült werden. Damit werden das Salz sowie der Schmutz entfernt und verhindert, dass das Leder hart und brüchig wird. Schmutzflecken können Sie aus echten Boatshoes auch mit einem milden Seifenwasser entfernen. Anschließend mit klarem Wasser gründlich nachspülen. Zum späteren erneuten Pflegen und Imprägnieren haben Sie zwei grundsätzliche Möglichkeiten. Wenn Sie Ihre Bootschuhe nur an Land tragen, reicht eine normale Schuhpflege mit Emulsionscreme und Pflegewachs. Sorgen Ihre Bootschuhe jedoch an Deck für festen Grip auf den Planken, empfiehlt sich die Pflege mit einer Fettcreme.
Wenn Sie den oft futterlosen Schaft aus Fettleder imprägnieren wollen, empfehlen sich Lederfette eher, als Imprägniermittel auf Basis von Fluorchemikalien oder Silikonen, denn ein Hautkontakt ist nicht ausgeschlossen.
„Gewaschene“ Lederschuhe werden zum Trocknen erst mit gut saugendem (Zeitungs-)Papier ausgestopft, welches gewechselt wird, sobald es feucht geworden ist. Sind die Schuhe nur noch leicht feucht, legen Sie die Schuhspanner ein. Diese verhindern ein „Einlaufen“ des Lederschafts. Legen Sie die Schuhe zum Trocknen auf die Seite, sodass auch feucht gewordene Ledersohlen an der Luft trocknen können. Um die Gefahr von Wasserrändern auszuschließen, können Sie das noch feuchte Leder im Bereich des Übergangs vom Schaft zu Sohle mit etwas Pflegewachs einreiben. Wenn die gewaschenen Schuhe dann richtig getrocknet sind, werden sie wieder normal gepflegt und auch die Ledersohlen mit Sohlenöl behandelt.
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