STIEFELSPANNER UND SCHAFTFORMER

Stiefel, Stiefeletten und Westernboots ruhen entweder auf einem Stiefelspanner, der aus einem Fußvorder- und einem einstellbaren Beinschaftteil besteht, oder man spannt Sie auf einen normalen Schuhspanner und ergänzt diesen nach oben durch einen Schaftformer.
Beim Stiefelspanner ist das Fußvorderteil entweder aus einem nachgiebigen Schaummaterial oder es besteht aus zwei festen Hälften aus Holz oder Kunststoff, die durch Federkraft den Vorderschuh passend ausfüllen. Das Beinschaftteil ist auf die Wadenweite einstellbar und wird durch ein parallelogrammähnlich gegeneinander verschiebbares Schienbein- und Wadenteil gebildet, das beim Einsetzen in die weite Endstellung geht und beim Entnehmen von selbst schmal zusammenklappt.
Schaftformer bestehen aus Kunststoff und werden für verschiedenen Schafthöhen angeboten. Sie bestehen aus einer durch Federspannung voneinander getrennten vorderen und hinteren Halbschale. Die aufwändigeren und haltbareren Schaftspanner können beim Einsetzen und Entnehmen entspannt werden und haben am oberen Ende eine Möglichkeit zum Aufhängen des Stiefels.
Der Begriff Schaftformer ist irreführend, denn die wichtigste Aufgabe dieser Teile ist die Gewährleistung des ungehinderten Luftaustausches. Kippt nämlich der Schaft um, ist der Fußinnenraum abgeschlossen und kann nicht richtig austrocknen.
Falls Sie die Ausgabe für einen separaten Schaftspanner scheuen, nehmen Sie stattdessen einfach zwei Zeitschriften oder Zeitungen. Zusammengerollt in jeden Schaft gesteckt und die ungehinderte Lüftung der Boots ist garantiert.
Den Schaftformer gibt es erst seit Mitte der sechziger Jahre, als sie von der englischen Firma Dunkelman (Dasco) erfunden und erstmals der Öffentlichkeit auf der Chicagoer Schuhmesse vorgestellt wurden. Freddie Dunkelman ist auch die Erfindung des Schuhspanners mit geteiltem Vorderblatt zu verdanken.
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