SCHUHE ANZIEHEN UND AUSZIEHEN OHNE MÜHE

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Die zweitwichtigste Regel: Ziehen Sie ihre Schuhe grundsätzlich mit einem Schuhanzieher an und lockern Sie zuvor immer die Schnürsenkel.

Falls Sie das bisher nicht taten, werden Sie überrascht sein, welch eine komfortable Einstieghilfe so ein Schuhlöffel ist. Das Schuhanziehen ohne seine Hilfe dauert zudem länger. Neue Schuhe, insbesondere solche mit geschlossener Schnürung, sind anfangs noch ziemlich stramm, sodass das Anziehen auch mit einem Schuhlöffel während der ersten paar Wochen etwas beschwerlich sein kann. Das gibt sich jedoch schon bald. Wenn Sie jedoch einfach so, ohne Schuhanzieher, in die Schuhe zu schlüpfen versuchen, treten Sie auf Dauer die dem Fuß wesentliche Stabilität gebende Hinterkappe kaputt und es besteht die Gefahr, dass die Fersennaht beschädigt wird.

Wenn Sie mal keinen Anzieher zur Hand haben, öffnen Sie die Schnürung maximal und halten Sie ein zusammengefaltetes Taschentuch in die Fersenkappe. Wenn Sie dann mit dem Fuß in den Schuh hineinschlüpfen, ziehen Sie gleichzeitig das Taschentuch heraus. Eine praktikable Alternative ist auch ein glattes Gürtelende.

Sie haben bei den Schuhanziehern die Wahl aus einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Modelle, Formen, Farben, Materialien und Preisklassen. Was das Material angeht, ist es unerheblich, ob die Anziehhilfe aus Metall, Holz, Horn oder Kunststoff besteht. Allerdings sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Helfer aus Naturhorn – besonders bei Kälte – zerbrechen können, wenn sie auf einen harten Boden fallen. Von der funktionellen Seite her betrachtet, sollte ein Schuhlöffel keine scharfen Kanten aufweisen, ergonomisch geformt sein und im Gebrauch nicht brechen. Die manchmal zu sehenden, stellenweise mit geraden statt mit gerundeten Flächen versehenen Anzieher funktionieren zwar, doch ist ein der Fersenform entsprechender und auf der Rückseite wie die Fersenkappe geformter Löffel bequemer für das Fußgefühl und auch schonender für die Schuhe. Für eine bessere Handhabung ist bei den kurzen Modellen ein hakenförmig auslaufendes Ende praktisch: Damit haben Sie den Löffel fest im Griff und können ihn einfach wieder aus dem Schuh ziehen. Doch das ist schon, wie vieles andere auch, sekundär und bleibt Ihren persönlichen Vorlieben überlassen.

Die ebenfalls erhältlichen längeren Schuhanzieher sind für knöchelhohe Schuhe und wadenhohe Stiefel gedacht. Und die Schuhlöffel mit Stiel sollen Ihnen die morgendliche Verbeugung beim Anziehen der Schuhe ersparen. Eine kleine Feder zwischen dem Stiel und dem eigentlichen Schuhlöffel erleichtert die Handhabung. Falls Sie einen Schuhanzieher in Langform komplett aus Horn suchen, finden Sie diese in bis zu sechzig Zentimeter Länge. Stolze 83 Zentimeter lang ist der individuell angefertigte Designer-Schuhlöffel aus Chromstahl aus der Schweiz (www.schuhloeffel.com). Lange Anzieher ersparen Ihnen jedoch nur bei Loafern das Bücken, weil diese anschließend nicht geschnürt werden müssen.

Für das leichtere Anziehen von Boots und Stiefeln dient die Zugschlaufe aus einem textilen Gewebe am oberen, inneren hinteren Schaftrand. Manche Modelle haben auch zwei Anziehschlaufen rechts und links beidseitig oben im Schaft verankert. Wenn Sie an dieser Schlaufe den Schaft strammziehen, während Sie gleichzeitig in die Boots schlüpfen, brauchen Sie keinen zusätzlichen Anzieher, denn es besteht keine Gefahr die Hinterkappe niederzutreten. Statt dieser fingerunfreundlichen, dünnen Gewebebänder bieten viele Westernboots robuste Lederschlaufen seitlich am Schaftrand, die in das Design des Stiefels integriert sind. Wem zum Anziehen der Stiefel das kräftige Ziehen an den beidseitig im Stiefelschaft angenähten Griffbändern zu fingerhakelig ist, für den gibt es auch Anziehhaken, die diese Fingerübung deutlich erleichtern. Einige Westernstiefel haben auch Anziehhilfen in Form von ein oder zwei innen und außen nahe den Schafträndern gelegenen Löchern, die manchmal durch Metallösen verstärkte Kanten haben.

Wenn Sie die Schuhe wieder Ausziehen, sollten Sie bei Schnürschuhen nicht nur die Schleife öffnen, sondern auch die Schnürsenkel etwas lockern. Vor allem bei Modellen mit geschlossener Schnürung erleichtert ein kurzes Lockerzupfen der oberen Senkellagen sehr den Ausstieg. Modelle mit offener Schnürung sind gutmütiger und bequemer, ziehen sie sich doch meist selbst auseinander, wenn die Schleife geöffnet wird und leichte Zugkraft einwirkt. Bei Monks werden immer die Schnallen geöffnet.

Durch das Lockern der Schnürung erleichtern Sie sich das Ausziehen enorm und schonen das Material, welches keine unnötigen Dehnungstests über sich ergehen lassen muss. Gute Halbschuhe haben in die obere Schaftabschlusskante ein schmales und dünnes so genanntes Buggband (häufig aus dehnfester Polyesterseide) eingearbeitet, welches der Kante eine höhere Festigkeit gibt und dafür sorgt, dass der Schaftabschluss beim Tragen seinen Formschluss zum Fuß behält. Passt Ihnen der Schuh, sollte es deshalb bei einer geschlossenen Schnürung – auch unter Anwendung von Gewalt – nicht möglich sein, den Schuh abzustreifen. Sollte das doch funktionieren und Sie haben die Schürung nicht zu locker eingestellt, deutet das auf eine unzureichende Passform der Schuhe hin. Ganz wenige Schuhmodelle, beispielsweise Haferlschuhe, sitzen so locker am Fuß, dass man sie auch ohne vorheriges Öffnen der Schnürung An- und Ausziehen kann.

Dass der Schuh beim Ausziehen mit der Hand – und nicht mit der anderen Schuhspitze – vom Fuß gestreift wird, sollte selbstverständlich sein. Das Abstreifen der Schuhe mit der Hand bietet übrigens auch eine Art Nachkontrolle, ob Sie nicht zu viel Schuhcreme verwenden und die Schuhe ausreichend blank bürsten. Ihre Hände sollten nämlich, wenn alles in Ordnung ist, keine Spuren von Schuhpflegemittel zeigen. Sollten die Schuhe trotz richtiger Pflege abfärben, ist das ein Hinweis auf ein minderwertiges Pflegemittel dessen preiswerte mineralische oder synthetische Ersatzstoffe sich nur ungenügend an das Leder binden.

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: Damit man sich bei dreckigen Gummistiefeln nicht die Hände verschmutzt, haben einige Gummistiefelmodelle eigens eine Trittkante an der Ferse. Diese ist extra für das Ausziehen mit der anderen Stiefelspitze gedacht.

Falls Sie aus körperlichen Gründen die Schuhe nicht mit den Händen ausziehen können, verwenden Sie – auch bei Halbschuhen – einen Stiefelknecht. Dieser sollte unlackiert sein und abgerundete Kanten haben, um das Leder nicht zu beschädigen. Ob mit oder ohne Gummibeschichtung ist unerheblich. Bei Stiefeln sollte ein Stiefelknecht grundsätzlich das Ausziehen erleichtern. Gehen Sie mit Gefühl beim Ausziehen vor, sonst kann im schlechtesten Fall die Hinterkappe eindrücken oder der Absatz abreißen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob es sich um einen einfachen U-Typ oder um ein angelsächsisches Modell handelt, bei dem die Stiefelspitze gleich mitgehalten wird und dadurch etwas leichter den Schuh vom Fuß streift.

Der „Stiefelknecht“ heißt so, weil es sich dabei ursprünglich um einen Kammerdiener handelte, der beim Anziehen und Ausziehen der Stiefel behilflich war. Aufgrund der Mode in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts lagen die Stiefel hauteng an und man musste erst die Füße und Beine in Wasser tauchen, um dann die Stiefel mit Hilfe des besagten Stiefelknechts überhaupt anziehen zu können. Übrigens ist die händische Methode des Stiefelausziehens schonender für das Schuhwerk, als ein wie auch immer gearteter Stiefelknecht.

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