Sioux Insights #02

Fotoshooting Herbst-Winter 2017 – Berge Backstage

Der große Shooting-Report: Modeshooting mit kleinen Hindernissen…

 

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Eine Anhöhe am Nordende des Lago di Como mit einem phantastischen Blick über die Berg- und Seenlandschaft war für uns die Landschaft der Wahl. Wir dachten, wir wären gut vorbereitet. Dann kam alles doch ganz anders.


Vorbedingung einer guten Kampagne: Die richtige Location

Was am Ende herauskommen soll, das weiß jeder. Eine Kampagne mit Bildern, die zur Marke passen: authentisch und besonders. Der Weg dorthin aber ist ein steiniger – und kostet Zeit.

Der Reihe nach: Es beginnt mit der Auswahl der perfekten Location. Die letzten vier Shootings haben wir in Kapstadt, in Los Angeles, auf Sylt und in Hamburg produziert. Dieses Mal wollten wir raus in die Natur und waren auf der Suche nach etwas Echtem, Rauem, Wilden. Etwas, das zu unserem indianischen Spirit passt. Fündig geworden sind wir im Tessin in Norditalien auf über 1.500 Metern Höhe. Die schroffe, karge Landschaft hat es uns angetan. Um so etwas zu finden, gibt es so genannte Location-Scouts. In unserem Fall hat unser Freund und Fotograf Stephan Glathe das für uns übernommen. Übrigens: Wir fotografieren immer die Kampagne der Folgesaison. Das heißt wenn wir unser Shooting durchführen, ist es draußen Sommer, wir wollen aber Herbst/Winter zeigen und andersherum. Daher haben wir uns dieses Mal für eine Location auf Höhe der Baumgrenze eingerichtet: Da herrscht immer eine herbstliche Stimmung.


Der Schlüssel zum Fotoshooting: die passenden Models

Sobald feststeht, wo man shooten möchte, werden die Models ausgesucht. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt einer jeden Kampagne. Da wir Damen- und Herrenschuhe herstellen, suchten wir natürlich Frau und Mann, die idealerweise auch noch als Team gut zueinander passen. Hier kommen die Modelagenturen ins Spiel. Ihnen erteilt man einen Suchauftrag, welche Models zu Sioux und den Moods der Fotos passen. Übrigens haben wir immer ein besonders Anliegen: Da die Vormuster der Schuhe bei jeder Kollektion feste Größen haben (Herren Größe 8, Damen Größe 4,5), ist bei uns Voraussetzung für einen Auftrag, dass die Models mit der richtigen Schuhgröße ausgestattet sind. Und noch eine Voraussetzung haben wir bei Sioux: Unsere Models dürfen ruhig lächeln können und Freude haben, bei dem was sie tun. Ein Blick wie im Kühlhaus, nur nicht lächeln, die Models kalkweiß geschminkt und irgendwoher, aber nicht aus dem Leben? Das wäre nichts für Sioux. Denn die Models sollen ja zu uns passen. Der Planet hat schon genug Kältepole, da darf es bei uns menschlich und warm zugehen.


Bei uns dreht sich natürlich alles um Schuhe und das passende Styling

Wenn die Location steht und die Models gebucht wurden, wählen wir aus, welche der rund 400 unterschiedlichen Schuhe unserer Kollektion wir fotografieren und welche Stylings wir zeigen wollen. Leichter gesagt als getan. Denn wir sind maximal schuhverliebt und wollen am liebsten alle unserer Lieblinge zeigen. Das ist aber natürlich logistisch nicht machbar. Daher wird lange im Team gerungen, nicht welche Schuhe wir mitnehmen zum Shooting, sondern welche wir weglassen. Am Schluss kommt dann die Stylistin ins Spiel, die uns Styling-Vorschläge macht und die richtigen Klamotten im Vorfeld des Shootings auswählt.


Wie viel Leute braucht man für ein Fotoshooting? Es sind erstaunlich viele

Am Ende ist das ein großes Team, das ein Fotoshooting vorbereitet und durchführt. Hinzukommt umfangreiche Technik, die zwei Transporter füllt. In Summe umfasste das Team am Ende ganze 13 Köpfe. Neben dem Fotografen und den Models gehören dazu die Stylistin & Assistentin – die sich um alle Outfits kümmert, eine Visagistin – die für das Schminken und die Haare verantwortlich ist – Assistenten für Licht, Fotografie, Video, nicht vergessen die wichtigen helfenden Hände, die sich um die Logistik, Getränke und Speisen kümmern, denn niemand möchte hungern oder dursten über den Tag. Und natürlich zwei Kollegen aus der Sioux-Marketingabteilung, die zur Seite sind, wenn mal unklar war, welcher Schuh nun mit welchem Outfit zu kombinieren ist. Denn wenn wir uns bei einer Sache auskennen, dann eben bei unseren Schuhen.


Was dann doch schief ging

Wir hatten uns minutiös vorbereitet, um hoch in den Bergen zu fotografieren. Aber was sich der Vorbereitung entzog, war das Wetter und die örtliche Tierwelt.

Unser Shooting-Tag war durchzogen von Platzregen, weswegen wir alle Hände voll zu tun hatten, unsere Models vor einer Regendusche zu bewahren und das wertvolle Kameraequipment zu schützen. Belohnt wurden wir mit großartigen Wolkenbildern, die man teilweise auf den Fotos im Hintergrund sehen kann.

Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten, ist, dass wir mitten auf einer Hochalm fotografieren. Wussten Sie, dass Kühe unglaublich neugierige und gesellige Tiere sind, die sich gerne dort aufhalten, wo es etwas zu sehen gibt und wo sich eine Menschengruppe befindet? Unsere Models hatten ihre Freude damit, dass auf manchen Bildern plötzlich eine Kuh auftauchte oder an der Hand schnuppern wollte. Der Fotograf musste manchmal flitzen, wenn ein neugieriges Kalb testen wollte, ob man Kameraequipment auch fressen kann.

Und einen größeren Verlust gibt es zu beklagen: Die Kameradrohne, die eindrucksvolles Videomaterial hätte liefern sollen. Sie begab sich im Sturzflug in den Gebirgsbach und war danach nicht mehr gesehen, auch nicht talabwärts. Wir hoffen noch auf den ehrlichen Senner oder Wandersmann, der das Teil beim Fundamt abgibt. Sachdienliche Hinweise nehmen wir auch gerne direkt entgegen und dem Finder winkt natürlich ein Finderlohn. Wer also Kontakte in die Region hat, möge uns gerne helfen.


Ende gut alles gut

Die ersten zwei Shooting-Tage haben gut geklappt, es war etwas zu nass, zu windig und zu regnerisch, aber wir haben im Gegenzug zu all der Mühe tolle Fotos mitgebracht.

Der dritte Shooting Tag zog uns direkt nach Mailand. Dort lief das Grashopper-Shooting in einer urbanen Straßenszene; das Wetter perfekt. Und außer der vielen Tauben, die in jeder italienischen Großstadt zu finden sind, gab es keine tierischen Themen. Unsere Grashopper-Models hatten viel Spaß, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann. Am Ende sind wir aus Italien mit über 1.500 Bildern zurückgekehrt. Nach dem Shooting findet natürlich noch eine längere Phase der Auswahl der Bilder und der digitalen Nachbearbeitung statt. In die Endauswahl schafften es dann 64 Bilder. Ein auf der Hochalm geknipstes Bild ist nie optimal ausgeleuchtet, die Farbwerte müssen noch abgestimmt werden und auf dem einen oder anderen Bild haben wir eine Kuh wegretuschieren müssen. Auf zwei Bildern haben wir allerdings ein Pferd und eine Kuh auf dem Bild gelassen, einfach weil die da irgendwie so gut draufgepasst haben. Gefunden?