Besser zur Wahl gehen - was wir mit dieser Kampagne wirklich bezwecken

Klar, erstmal ist das nur ein kleines Wortspiel mit zwei Bedeutungsebenen. Selbstverständlich sind wir im Grunde unseres Herzens davon überzeugt, dass man mit unseren Schuhen besonders gut zu Fuß ist. Und damit besser, modischer und bequemer von A nach B kommt, zum Beispiel zur Wahlurne. Wir haben uns sehr bewusst für diese Kampagne entschieden, weil uns eine Sache noch viel wichtiger ist als unsere Schuhe: Dass Mann oder Frau überhaupt zur Wahl geht!

Liebe Leserin, lieber Leser,

wieso uns das wichtig ist: Weil die Möglichkeit einer freien und demokratischen Wahl das ist, was im Kern unsere Gesellschaft im positiven Sinne auszeichnet und von vielen anderen Nationen dieser Erde unterscheidet.

Wir haben für Sie anlässlich der Bundestagswahl einige Fakten zusammengestellt, die Ihnen zeigen sollen, wie spannend diese Bundestagswahl auch dieses Mal ist. Wetten, dass auch für Sie das eine oder andere Neue dabei ist?


Wussten Sie, dass ein Viertel bis zu einem Drittel der Wahlberechtigten ihr Wahlrecht nicht nutzen?

Aber das war nicht immer so. Im Jahr 1972 - gar nicht so lange her - lag die Wahlbeteiligung noch bei 91%. Gut, der eine oder andere im besten Alter unter Ihnen wird sich erinnern, dass das einfach eine politisch brisante und spannende Zeit war: Das konstruktive Mißtrauensvotum zur Abwahl von Willy Brandt war gescheitert, vorgezogene Neuwahlen wurden notwendig und Willy Brandt lieferte sich mit Rainer Barzel einen hitzigen Wahlkampf. Seither scheint das Interesse an Politik erlahmt zu sein und die Wahlbeteiligung war daher rückläufig. Besonders niedrig war die Wahlbeteiligung übrigens in den letzten Jahren bei den jungen Wählern (18-25), so dass Wahlentscheidungen in Deutschland zunehmend von der Altersgruppe 55+ bestimmt werden. Hinzu kommt, dass Große Koalitionen sich ermüdend auf Wähler auszuwirken scheinen. Dass so viele Menschen in den letzten Jahren ihr Wahlrecht nicht mehr nutzen, ist per se eine traurige Sache.

Wussten Sie, dass das gleiche und freie Wahlrecht eine eher junge Erfindung in der deutschen Geschichte ist?

Denn frei und gleich wählen, das dürfen wir seit noch nicht einmal 100 Jahren in Deutschland. Das Frauenwahlrecht feierte erst 1919 seine Premiere. Wenn man in Generationen denkt, so wie wir das bei Sioux tun, ist das quasi eine junge Erfindung. Man stelle sich das mal vor: Während die Ur-Ur-Großmutter noch für ihr Wahlrecht streiten musste, wird es von vielen Groß-Enkelinnen und -Enkeln achtlos liegen gelassen. Traurig irgendwie? Sagen wir doch! Also auf an die Urnen, Ihr Nachfahren der Heldinnen, die damals unser aller Wahlrecht erkämpft haben!


Was war im derzeitigen Bundestag so besonders? 


Wir blicken auf eine Legislaturperiode zurück, die gleich drei Anomalien bereit hielt. Erstens: Der gerade noch aktuelle Bundestag besteht nur aus 4 Parteien und war damit weniger bunt als in den zwanzig Jahren davor. Zweitens: Neben einer Regierungskoalition unter Beteiligung der SPD gab es dieses Mal zwei Oppositionsparteien, die links der Regierungsparteien standen - aber keine auf der liberalen oder bürgerlichen Seite. Eine Regierung mit SPD-Beteiligung und ein Bundestag ohne bürgerliche Opposition - das gab es in der Republik noch nie. Und drittens: Kein Bundestag zuvor hatte so viele Abgeordnete. Die Ursache für 636 statt wie gesetzlich vorgeschrieben nur 598 Abgeordnete liegt in dem wohlgemeinten Versuch, das Wahlrecht noch gerechter und noch genauer auszugestalten. Man darf jedoch darüber spekulieren, wem dieser Umstand in besonderem Maße gedient hat, ob der repräsentativen Demokratie oder den demokratischen Repräsentanten.

 

 

Was passiert eigentlich mit meinem Stimmrecht, wenn ich es nicht nutze?

Kennen Sie die Parole „Wenn Wahlen was bringen würden, wären Sie verboten“. Sie ist fälschlicherweise Kurt Tucholsky zugeschrieben. Wir finden diesen Spruch nicht nur wenig originell, sondern auch ganz und gar falsch. Faktisch schenkt nämlich derjenige, der nicht wählt, seine Wahlstimme den Wahlsiegern, tatsächlich mathematisch exakt so aufgeteilt, wie der Bundestag (ohne ihn oder ohne sie) gewählt wird. Wer also besonders kritisch den Regierenden gegenübersteht und gerade aus den Gründen nicht wählen geht, der hat gerade die Regierung mit seiner Nichtwählerstimme gestärkt. Ein paradoxes Ergebnis? Finden wir auch. Wer nicht hingeht, weil er etwas Besseres zu tun zu haben meint, dem sei die Frage erlaubt, was es Wichtigeres geben kann, als über die Zukunft dieses Landes abzustimmen? Zutreffender wäre also zu sagen: „Nutzen Sie ihre Stimme, bevor es ein anderer für Sie tut“.

Was macht diese Wahl besonders spannend?

Wir haben weiter oben bereits über die Anomalie des 18. Bundestages gesprochen. Eine Besonderheit ist in dieser Bundestagswahl, dass gleich zwei Parteien, die sehr knapp den Einzug in den letzten Bundestag verpasst haben, um den Einzug ins Parlament kämpfen. Glaubt man den Demoskopen, so werden sowohl FDP als auch AfD recht sicher über der 5%-Schwelle liegen. Somit wäre erstmals seit über 30 Jahren (1983 überprangen die Grünen die 5% Hürde) einer neuen Partei in Deutschland der Einzug in den Bundestag gelungen. Es sind polarisierte Zeiten: Die einen begrüßen das, die anderen wollen das verhindern. Zu welcher Fraktion Sie auch immer gehören, das Wichtigste ist, dass Sie wählen gehen. Aber auch inhaltlich ist die Wahl dramatisch spannend: Wir stehen vor einigen fundamentalen Fragen, was unsere Gesellschaft, unseren Wohlstand und die Zukunft unseres Landes und der kommenden Generationen anlangt, sei es beim Thema innere Sicherheit, Immigration, demographischer Wandel, EU- und Währungspolitik, Rente und Umweltschutz, um die wichtigsten Themen zu nennen. Es stehen durchaus alternative Gesellschaftsbilder und Politikansätze zur Wahl… sofern man hingeht.

Was hat das mit Sioux zu tun?

Wir als Unternehmen sind Teil der demokratischen Ordnung und Gesellschaft und profitieren von ihr. Wir lieben nicht nur unsere Schuhe, sondern auch unser Land. Wenngleich wir als Unternehmen politisch neutral sind, so liegt uns dennoch Ihre Teilhabe, liebe Leserin und lieber Leser, sehr am Herzen, denn Demokratie lebt vor allen Dingen vom Mitmachen!

„Besser zur Wahl gehen“, das haben wir aus den vorgenannten Gründen zum Kampagnenmotto gemacht, und wir meinen es wie wir sagen. Besonders gut geht man zur Wahl in Sioux-Schuhen, am besten aber geht man überhaupt hin!

Für den Bundestag können Sie nur am 24.09.2017 abstimmen. Bei uns im Online Shop können Sie auch über diesen Tag hinaus den Roten, Grünen, Gelben, Blauen oder Schwarzen den Vorzug geben, das geben unsere vielfältigen Schuhkollektionen her. =)

Nutzen Sie Ihre Wahlmöglichkeit!

Herzliche Grüße

Lewin Berner
Geschäftsführender Gesellschafter