Schritt für Schritt zu alten Erfolgen

Interview - Lewin Berner

Er ist das Gesicht von Sioux und hat sich zum Ziel gesetzt, die Marke zu ihrer alten Stärke zurückzuführen. Back to the roots, aber in einer zeitgemäßen und modernen Form: Als der gebürtige Schwabe Lewin Berner 2010 von den zwischenzeitlichen Schwierigkeiten des Traditionsunternehmens aus der Heimat hört, beschließt er, Sioux zu retten. Er beteiligt sich zusammen mit anderen Privatinvestoren an dem Unternehmen.

Ihr Lieblingsschuh von Sioux?

LB: Das ist in der Tat der Grashopper. Durch die neue Kollektion gibt es sehr viele Varianten und es gibt eigentlich kein Outfit, zu dem es keinen passenden Grashopper gibt. Ich habe, wie Sie sich denken können, sehr viele Sioux Schuhe, tatsächlich ist der Grashopper mein Liebling. Mit Kreppsohle ist er unnachahmlich weich und bequem. Am liebsten trage ich ihn, wenn ich viel stehe, etwa auf Messen. Da fühlen sich meine Füße auch am Abend noch ganz frisch an.


Ihr Lieblingsschuh in der Natur?

LB: Da trage ich einen aus unserer Bootie-Kollektion. Wenn ich kann, auch wieder mit Kreppsohle. Die sind einfach einzigartig.


Welchen Weg möchten Sie am liebsten in Sioux-Schuhen gehen?

LB: Ich habe mir schon zwei Mal im Leben längere Auszeiten genommen und bin jeweils 6 Monate um die Welt gezogen. Das war allerdings vor Sioux. Ich habe schon viel von dieser wunderbaren Erde gesehen. Was mir noch fehlt, ist der Jakobsweg. Den würde ich gerne von Saint-Jean-Pied-de-Port bis Santiago de Compostela gehen.


Wann würden Sie auf keinen Fall Sioux-Schuhe tragen?

LB: Auch wenn unsere Schuhe echte Allrounder sind, gibt es einige Bereiche, die man den Spezialisten überlassen sollte: beim Sport, unter Wasser und im Hochgebirge.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Schuh besonders?

LB: Man muss das Gefühl von Freiheit am Fuß haben. Das ist das Wichtigste. Wenn man daneben noch einen guten, modischen Auftritt hat, weiß, dass es sich um ein gutes, langlebiges Produkt handelt und weiß, wer ihn hergestellt hat, dann kann man guten Gewissens "ja" zu dem Schuh sagen.


Welche Eigenschaften schätzen Sie an Sioux besonders?

LB: Meine Mitstreiter. Das sind gestandene Leute, die stolz sind auf das, was sie tun und woher sie kommen – und die eine ganze Menge von ihrem Handwerk verstehen. Wir haben eine tolle Unternehmenskultur und ein großartiges Miteinander. Das ist absolut erhaltenswert und das unterscheidet uns von vielen Unternehmen am Markt.


Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft von Sioux?

LB: Eines ist klar, Stillstand wäre Rückschritt. Wir gehen daher bewusst und mutig unseren Sioux-Weg. Dabei achten wir auf unsere Traditionen und das, was uns unsere Ahnen mitgegeben haben. Unsere Tradition ist das, was unser Unternehmen zu etwas ganz Besonderem in der Branche macht. Aber darüber darf man Trends nicht verschlafen. Deshalb entwickeln wir unsere Sioux-Hauptkollektion behutsam weiter. Wir haben unsere Ikone, den Grashopper Original, den es seit über 50 Jahren gibt und den wir in seiner Urform erhalten und pflegen und auf den wir sehr stolz sind. Diesen haben wir um eine jüngere Linie, den Grashopper New Generation, ergänzt. Wie eine Art jüngeren Bruder. Dort gehen wir jünger, frischer und auch experimenteller zu Werke. Eines unserer wichtigsten Ziele für die Zukunft ist es, verstärkt auch junge Kunden für unsere Qualität und unsere Designs zu begeistern.

 

 

 

Welche Vorteile haben Traditionsunternehmen wie Sioux im Vergleich zu Konzernen?

LB: Wir liefern bereits seit über 60 Jahren beste Qualität – sowohl, was das Handwerk als auch die Materialien betrifft. Da steckt ganz viel Know-How und Erfahrung in unseren Genen. Wir sind eines der kleinsten Unternehmen in der Branche. Wir setzen auf Klasse statt auf Masse. Das unterscheidet uns von Massenproduzenten, die in Billiglohnländern preisgünstige Materialien verarbeiten lassen müssen. Sioux ist eine verantwortungsvolle Marke, die aus Überzeugung heraus schon von der ersten Stunde an nachhaltig und umweltverträglich produziert hat. Wir machen da keinen großen Zinnober draus, wir tun es einfach. Darauf legen heute Kunden, ganz besonders unsere Sioux-Kunden, immer mehr Wert.


Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

LB: Die Fehler, die passieren, wenn man etwas Neues probiert. Wenn man für eine Sache brennt, so ist es manchmal unausweichlich, dass unbeabsichtigt etwas in Flammen aufgeht. Wir nennen das in unserem Stamm „feu sacre“, das heilige Feuer. Solche Fehler halte ich für leicht entschuldigbar.


Ihre größte Stärke und Ihr Hauptcharakterzug?

LB: Es fällt schwer, sich selbst mit einem einzigen dominanten Charakterzug zu beschreiben. Den hab ich eigentlich nicht. Jeder Mensch ist ja ein Gesamtgebilde. Ich bin – Gott sei Dank – ein angstfreier Mensch und würde mich als einen neugierigen Überzeugungstäter beschreiben, der den Menschen zugetan und der mit großer Begeisterung bei der Sache ist. Das braucht man glaube ich auch für diese große Aufgabe, Sioux als einen der kleinsten Hersteller in der Schuhbranche durch stürmische Zeiten zu steuern. Wir sind bei Sioux aber sehr basisdemokratisch und im Mittelpunkt steht bei uns der Stamm. Daher ist es wichtig, dass wir als große Familie gemeinsam über all die kleinen und großen Krieger verfügen, die wir brauchen.


Ihr Name, wenn Sie ein Sioux-Indianer wären?

LB: Unruhiger Geist.


Ihre Lieblingsbeschäftigung?

LB: Nachdenken, falls man das schon als Beschäftigung bezeichnen darf.


Welcher ist Ihr liebster indianischer Wert?

LB: Treue, Tapferkeit und Verlässlichkeit. Das schätze ich auch an Menschen.


Ihr Lieblingsindianer?

LB: Robert Alan Packard. Er ist ein echter Indianer vom Yankton Sioux Stamm aus South Dakota und nicht zufällig unsere Werbefigur. Ich lausche gerne seinen Erzählungen und seiner Weltsicht.


Ihr Traum vom Glück?

LB: Ich bin überzeugt, dass Glücklichsein primär eine Lebenseinstellung ist. Zumindest in dem Punkt jage ich keinen Träumen hinterher, sondern ich bin sehr glücklich mit dem kleinen Fleck Erde, für den ich verantwortlich bin.


Zeitreise

Bereits im Jahre 1954 wurde die Sioux GmbH im schwäbischen Walheim von Peter Sapper gegründet. In den über 60 Jahren Firmengeschichte war Sioux vielfach Wegbereiter für neue Trends und Innovationen in der Schuhbranche. Anhand einer kleinen Zeitreise wollen wir Ihnen die wichtigsten Eckpfeiler unserer Firmengeschichte und der Entwicklung unserer Traditionsschuhmarke näherbringen.

Unternehmen

Seit der Gründung im Jahr 1954 am Standort Walheim/Baden-Württemberg steht das schwäbische Traditionsunternehmen für Schuhe in einzigartiger Qualität, handwerkliche Fertigung und unnachahmlichen Tragekomfort.

Philosophie

Vorbildfunktion haben für uns die indianischen Ideale. Unternehmensleitlinie ist die Erfüllung höchster Kundenansprüche an Trageeigenschaften, Qualität, Optik und Passform unserer Schuhe.

Nach-
haltigkeit

Das Wort Nachhaltigkeit ist bereits 1915 in den Duden aufgenommen worden. Dies zeigt, dass die diesbezüglichen Gedanken zu dem Thema nicht neu sind und sich die Menschen seit geraumer Zeit damit beschäftigen.