Sohlenmaterial und Oberlederart

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Rahmengenähte Schuhe werden überwiegend mit Ledersohlen gefertigt. Sind sie mit einer Gummi- oder Kreppsohle ausgestattet, ist diese an einer Zwischensohle angeklebt, die ihrerseits mit dem Rahmen vernäht ist. In der Welt der Büros ist nur die Ledersohle heimisch. Sie erlaubt die maximale Atmungsaktivität, bremst nicht den Gang auf Teppichböden und bietet eine gute Leitfähigkeit, sodass auch im Winter ständiges Gehen auf Auslegware keine Spannung aufbaut, die sich beim nächsten Griff an die Türklinke entlädt. Gummisohlen und auch Kreppsohlen sind für Straßenschuhe und eher für den Schlechtwettereinsatz in der Freizeit gedacht.

Die erste Aufzeichnung über die Verwendung von Gummisohlen datiert zurück in das Jahr 1832. Damals erhielt Wait Webster in New York ein Patent für ein „Verfahren zum Befestigen von Gummisohlen an Schuhen“. Die ersten Schuhe mit Gummisohle wurden gegen Ende des gleichen Jahrhunderts in den USA gefertigt. Und einer der größten Hersteller rahmnn- und zwiegenähten Schuhwerks, die französische Firma Paraboot, verdankt ihre Gründung der Kombination von Qualitätslederschuhen mit Latexsohle. Eine damals revolutionäre Idee des Firmengründers Remy-Richard-Ponvert, der damit dauerhafte Gebrauchsschuhe für Briefträger, Polizisten, Soldaten und andere Berufsgruppen schaffen wollte. Bis heute ist die Firma Paraboot der einzige Lederschuhproduzent der seine Gummisohlen aus eigenen Werken bezieht.

Ohne das Umfeld zu beachten, sind Sie mit Schuhen, deren Obermaterial aus Glattleder besteht, nie falsch beraten. In den Büroetagen dieser Welt sind solche Schuhe die Normalität. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um das verbreitete Kalbleder oder eine andere Glattlederart handelt. Etwas exotisch muten Straußleder an und Krokoschuhe wirken, je nach wirtschaftlichem Status des Trägers, unter Umständen unpassend. Speziell in konservativen Branchen ist hier etwas Zurückhaltung geboten.

Scotch- oder Frenchgrain strahlen etwas Rustikales, ja Grobes aus und sind dementsprechend schlecht mit Anzügen oder Kombinationen aus feinem Tuch zu kombinieren. Solche Oberlederarten sollten der Freizeit vorbehalten bleiben, wo sie hervorragend mit Tweed, Cord oder ähnlichen Stoffen harmonieren. Demgemäß bieten die meisten Hersteller diese Oberleder vorzugsweise in Brauntönen an, seltener in schwarzer (Büro-)Farbe.

Der Raulederschuh aus gröberem Veloursleder wirkt zum Geschäftsanzug ebenso unpassend. Passend wirkt das raue Veloursleder zu einem Anzug aus schwerem Wollstoff. Der Freizeitkleidung verleiht er nämlich das gewisse Etwas und lässt sich mit vielerlei Stoffen kombinieren. Grenzwertig und branchenabhängig ist die Kombination von feinem Tuch mit Schuhen aus samtartigem Nubukleder. Beim Werbefachmann sieht das einfach nur chic aus, wohingegen es beim Banker geradezu befremdlich anmutet. Hier ist Ihr Gespür für die passende Umgebung gefordert. Für festliche Anlässe ist Rauleder natürlich tabu.

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