LACKLEDER

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Lackleder ist ein vorwiegend chromgegerbtes Oberleder (pflanzlich oder synthetisch nachgegerbt), dessen Narbenfläche mit einem glänzenden, spiegelglatten (Polyurethan-)Film überzogen ist. Die Dehnbarkeit dieser Lackschicht muss genau mit der Elastizität des Leders harmonieren, damit nicht schon beim Ziehen des Leders in der Schuhproduktion Risse entstehen oder der Lack abblättert. Bereits bei der Gerbung achtet man deshalb darauf, dass die Zügigkeit des Leders nicht zu stark wird. Als Rohware werden Rind- oder Rosshäute, beziehungsweise Kalb- oder Ziegenfelle genommen. Church verwendet Ochsenleder.

Lackleder gibt es in vielen unterschiedlichen Qualitäten. Bei minderwertigen Häuten wird vor dem Lackauftrag die Narbenoberfläche angeschliffen. Bei gutem Lackleder ist der natürliche Ledernarben gut geschlossen und durch die Lackschicht hindurch sogar noch erkennbar. Während der Zurichtung in absolut staubfreier Luft wird die aufgespannte Lederoberfläche fettfrei gemacht und grundiert. Die Grundierung soll die Poren undurchdringlich machen. Anschließend folgen in mehreren einzelnen Aufträgen meist ein Vor- und ein Schlusslack mit oder ohne Farbzusätze. Es werden Lackleder mit verschiedenen technischen Methoden (Warm- und Kaltlackverfahren) und auf unterschiedlicher chemischer Basis (Nitrozellulose oder PU-Lack) hergestellt. Entsprechend differenziert sind die Eigenschaften und Empfindlichkeiten der Oberfläche. So ist beispielsweise die Wasserdampfdurchlässigkeit von im Kaltlackverfahren produzierten Lackledern höher wie die der im Warmlackverfahren gefertigten Leder. Und Reaktionslack (PU-Lack) ist resistenter gegen Temperaturwechsel und unempfindlicher gegen organische Lösungsmittel. Lacke auf wässeriger Basis sind nicht so reibfest und flexibel wie die Lacke auf einer Lösemittelbasis. Auch haften Sie schlechter am Untergrund.

Insgesamt sind die Methoden zur Lacklederherstellung mannigfaltig und variantenreich. Wenn ein heutiges Lackleder ungewöhnliche Eigenschaften zeigt, dass es beispielsweise klebrig wird oder durch den Auftrag von normalem Schuhpflegemittel abstumpft, dann sind Fehler bei der Verarbeitung unterlaufen, sei es dass die Grundierung nicht vernünftig sitzt, Härtersubstanzen fehlen oder was auch immer im Einzelfall falsch gelaufen ist.

Lackleder ist eine Erfindung des französischen Chemikers Chaptal im Jahr 1801. Ein Jahr später stellte ein Gerber namens Plumer Lackleder der Öffentlichkeit auf einer Ausstellung in Paris vor. Da es damals noch kein Chromleder gab, verwendete man vegetabil gegerbte Häute und trug die Lackschicht auf die Fleischseite auf.

Lackleder wird für hochwertige Herrenschuhe nur in Schwarz produziert. Da Lackleder gegen Hitze, Kälte, Temperatursprünge und eventuell Lösungsmittel relativ empfindlich ist, austrocknen und in der Oberfläche brechen kann, bedarf es regelmäßiger Pflege um sein Aussehen zu erhalten.

Ein mit einem vollständigen Lackfinish versehenes Leder ist gegen Feuchtigkeit unempfindlich, bietet andererseits aber auch keine Atmungsaktivität mehr.

Aufgrund der auf der Lederoberfläche aufliegenden Lackschichten, erhält ein Lackleder eine optische Tiefe, die Sie selbst mit einem lackähnlich auf Hochglanz polierten Leder nicht erreichen können (siehe im Pflegekapitel die Abschnitte zur Hochglanzpolitur).

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